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Lieber Herr Vorsitzender des Turnvereins'

Diese holprigen Verse schrieb ich im Sommer 1991, ein Jahr nach dem Heimat - Turnfest Ende Juni 1990 in Hundheim.

Für jeden verständlich, denke ich - ohne jeden dichterischen Anspruch - ist es vielleicht für nachfolgende Generationen interessant, einige frühere Begebenheiten und Merkmale aus der Zeit 1910 und später, nachzulesen.

Da ich Jahrgang 1910 bin - bei der Gründung des Turnvereines 1930 - damals aktiv dabei war - und es fraglich ist, ob ich das 70 jährige Turn - und Heimatfest im Jahre 2000 noch erlebe, sollen meine Erinnerungen der Vereinschronik beigefügt werden, bevor der Tod den Schlussstrich zieht.      

Mit Turnergruß Ihr ehemaliger Walter Bohn

Wiesbaden, den 13. April 1997 

 

ERINNERUNGEN

In Hundheim dem kleinen Hunsrücker Nest
feierte man 1990 das Jubiläumsturnfest
Der Verein feierte stolz das 60.igste Jahr:
leicht zu rechnen, wann das Gründungsjahr war.
 
Und jedem der aus dem Dorfe stammt,
wurde freundlich ne Einladung zugesandt
und viele kamen ob von nah und fern,
zum Turnfest ins Heimatdörfchen gern.
 
Zwei Tage konnte man das Heimatfest feiern,
 "wer das ganze Jahr schafft - darf auch 2 Tage mal feiern."
 
Still liegt das Dorf zwischen Wiesen und Feldern
und ringsum findet man schattige Wälder,
doch man kann es kaum verstehen - und fragt warum
sind die Wälder nur Staatseigentum.
 
Sogar die Finkeheck gehört den Hundheimern nicht,
obwohl sie doch auf der Gemarkung liegt ?
Doch alles Bedauern hat keinen Zweck;
Hundheim hat halt nur seine kleine Storheck.
 
Wie es vor 70 Jahr in dem Dorf einmal war
ich Versuchs: stell es den jüngeren Jahrgängen dar.
 
1920 gab es noch kein elektrisches Licht
und es gab auch noch kein Wasser aus der Leitung,
das Radio - das Fernsehen kannte man noch nicht,
"das Neueste " las man in der Hunsrücker Zeitung.
 
Am Känel wurde im Sommer das Vieh noch getränkt,
uff em Rodes do hat die Glock noch gehängt,
die Glock wurde am Daach domols dreimol geläut.
Viel hat sich geändert im Laufe der Zeit.
Im Backes wurde damals noch jeden Tag gebacken –
Samstags Kuche; Werktags kräftiges Brot
und wer Riwwelekuche und Bauernbrot mag
wurde satt - und litt zu keiner Zeit Not.
 
Überm Backes war de Rodes ( Rathaus ). ein ganz kleiner Saal,
der wurde später unser Turnlokal.
Uff em Rodes do kam aach die Gemän beisamme
und was uff kommunaler Ebene passiert
hat de Ortsvorsteher den Bürger offiziell informiert.
 
Neben dem Backofen gab es etwa 1925 noch die Beereschmerbud
und jede Herbst kochte man dann den Rummelesud
denn kurz noh dem " Rummeleäre "
kochte jeder Haushalt seine Rummeleschmere
aus Rummelesaft. Morde un Beere - gab es die kräftigste Beereschmere!
Und an manchem Winterowend, gab es manchmal nit mehr
als Gequellte mit Kässchmer un Beereschmer!
Wo am Mühlebach da unten, die alte Mühle noch steht,
die 100 Jahr schon geklappert und das Mühlrad sich dreht,
wurde das Korn mit dem Fuhrwerk zur Mühle gebracht
und dort fein gemahlen und Mehl draus gemacht.
Ich erinnere mich noch gut an die Tage
wo ich als Bub de " Hänkelmann "
dem Vadder hab mittags in die Mühle getragen.
 


Die Brechkaul vorm Dorf, die kannte ich noch
im Herbst hat es nach Rauch und Flachs geroch,
nach dem röste, wurde der Flachs mit Flachsbrech gebroche,
dann wurde er geschwunge und im Winter in der Spinnerei gesponne,
dann wurde auf dem Webstuhl Leinetuch daraus gewonne.
 
Im Dorf gab es um die Mitte der zwanziger Jahr,
nur ein Auto - das hat Blümlings Peter gefahr.
Ausser ihm war im Dorf noch einer motorisiert,
-Peter Weyh, war als Fleischbeschauer autorisiert.
Wenn im Winter dann Hausschlachtunge ware,
ist Peter Weyh mit dem Motorrad über die Dörfer gefahre.
Den Führerschein - heut hat den fast jeder:
hatten damals nur, die oben genannten zwei Peter.
 
Beim Vorsteher im Dorf gab es nur ein Telefon
und musste man dringend telefonieren,
hieß dies schleunigst zum Vorsteher marschieren,
dann wurde das Nachbardorf angeläut,
denn dort gab es ja auch nur ein Telefonapparat,
dann wurde der Bescheid, der als dringend betitelt,
vom Vorsteher des anderen Orts aus Höflichkeit
der Verwandtschaft übermittelt.
Heut hat fast jeder im Hause Telefon,
man wählt die Verwandtschaft - "Hallo da seit ihr ja schon" –
und in 5 Minuten ist alles erledigt,
wo man früher hat Wege und Zeit benötigt.
 
Am ersten Sonntag im Monat August,
hat Hälese Hein ein Zelt aufgestellt
- für die Kinder im Dorf, der schönste Tag uff der Welt,
dann freuten sich Kinder, Jugend und die Alten
und die ganz Umgegend hat dann gewußt,
jetzt wird 2 Tage lang " die Hundemer Kereb " gehalten.
Da Hundheim bis 1950 kein Friedhof hatte,
musst man die Toten in Bell noch bestatte.
das Glockengeläut hat die Toten begleitet
- bis an die Gemarkungsgrenze wurde damals geläutet.
Unn die Schul, die darf ich bestimmt nicht vergesse,
acht Johr honn ich uff de harte Schoolbänk gesesse.
Zwei Namen die muss ich in der Vereinschronik nenne,
denn sie taten sich verdient zum Turnsport bekenne:
Lehrer Reinhard war schon bei der Gründung dabei,
auch Lehrer Lenz hatte ein Herz für die Turnerei,
er hat seine Aufgabe vorbildlich erledigt,
ich kannte ihn nicht - mir wurde es allseits bestätigt.
 
Auch schwere Zeiten hat das Dorf erfahren,
in zwei Weltkriegs- und Besatzungsjahren.
Die Politik die schon immer gelogen,
macht sinnlose Kriege - und das Volk wird betrogen,
falsche Propaganda hat alle verblendet,
für so manche hat es mit dem Tod geendet.
Auf dem Kriegerdenkmal stehen die Namen der Hundheimer.
die aus zwei Kriegen nicht wiederkamen.
 
So manch Hundheimer zog in die Welt hinaus
und suchte in der Feme sein Glück,
doch keiner vergaß je Dorf und Elternhaus
und dachte stets gern daran zurück
ich bin sicher – jeder hat schon in schlafloser Nacht,
an die Heimat, an das stille Dörfchen mit Wehmut gedacht.
 
Ich zog 1934 von Zuhaus in die Fremde
und tauschte das Elternhaus mit der Kaserne.
Den Krieg überlebte ich durch Schicksalsgnad
und landete hinter russischem Stacheldraht.
Tausendeinhundert Tage in meinem Leben,
war ich vom Stacheldrahtzaun im Gefangenenlager umgeben.
Drei Jahre hörte ich täglich " raboti da wai" ( arbeite - los. los )
und drei Jahre lang die Lüge von "skora da moi" ( bald nach Hause ).
Nachdem ich 3 Jahr hinter Stacheldraht saß
und drei volle Jahr aus dem Blechnapf aß,
war im Jahre 1948 am 22. Mai,
für mich " Woimja Plenny " der Krieg erst vorbei.
( Woimja Plenny = Kriegsgefangener )
Für viele es leider keine Heimkehr mehr gab,
in russischer Erde schauffelte ich manches Grab
und Glück hatten alle, dies sei unbenommen
die diesmal noch einmal davongekommen.
Wenn du jahrelang Gefangener bist,
weißt du wie kostbar die Freiheit ist !

Walter Bohn, im Sommer 1991

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